IPOX IP-4MTS2B und Intel Pentium M 1300 (Banias) im Desktopbetrieb
Einleitung:
Erst einmal vielen Dank an Pugnacity, dass er den Webspace hierfür zur Verfügung stellt.
Dem Trend zum Dritt-PC hin folgend, sollte für mich nun ein Multimedia-Wohnzimmer her.
Neben einer leistungsstarken Gamestation mit High-End Grafikkarten und CPU-Leistung bis zum abwinken, dem braven Office-Knecht, der ohne zu Murren seine Arbeit in einem ausrangierten Gehäuse verrichtet, gesellt sich langsam aber unaufhaltsam eine 3. Computerkategorie dazu: Der HTPC.
Bei diesem liegen, dem Einsatzgebiet entsprechend, die Form und Größe, Lautstärke und Stromverbrauch (siehe CT #6) vor einer möglichst schnellen CPU oder einem bis zum Limit ausgereizten Ramdurchsatz.
Demnach liegen die Aufgaben in diesem, als auch in meinem speziellen Falle, an einer anderen Stelle.
Das neue Multimedia-System sollte (bei mir):
• Möglichst klein in seinen Abmaßen
• Stromsparend und leise
• Genügend Leistungsreserven besitzen
• „smoothy“ sein
Von der Leistung eines Banias durchaus angetan (Pentium M: verbaut in allen Centrino-Notebooks), sollte das zukünftige System feststehen. Überzeugt doch der Pentium M mit einer konkurrenzlosen Verlustleistung im Verhältnis zur seiner Rechenleistung.
Leider sieht Intel® für einen Einsatz des Pentium M außerhalb mobiler Plattformen keine Notwendigkeit, was sich natürlich bemerkbar macht, bei der Auswahl eines Mainboards.
Es gibt aber einige Anbieter und Hersteller, die Ihre eigenen Boards für die Industrie in kleinen Stückzahlen anfertigen.
http://www.radisys.com
http://www.i-pox.net/
http://www.spectra.de/
http://www.lippert-at.com
http://www.ipc-markt.de/
So treffen wir doch ohne es zu merken im täglichen Leben auf den Pentium M, z.B. an Infoterminals, Geldautomaten etc.
Die Preise dieser Platinen liegen aber weit oberhalb von den in Millionen-Stückzahl gefertigten ATX-Boards und oft über der Schmerzgrenze der meisten Endanwender.
Trotzdem fiel meine Wahl auf das IP-4MTS2B.
Technische Daten IP-4MTS2B:
• Single Board Computer für Pentium Mobile (Banias) bis 2.4 GHz -> Dothan grüßt
• Socket 479
• Intel 855 GM/E Chipsatz
• FSB 400 MHz/ FSB 533 MHZ
• DDR 200/266/333 RAM up to 1 GB
• 10/100/1000 Base TX LAN ( Intel 82540 )
• 6 x USB, 2 x RS-232 /422/485
• 1 PCI Expansion Slot
• Integrated LVDS/VGA Controller (Intel 855 GM/E)
• Integrated AC97 Audio
• Fanless Operation (mit Heatpipe)
Vielmehr lässt sich auf solch einer kleinen Platine nicht unterbringen. Wer jetzt einen AGP-Slot vermisst, dem sei die Einführung noch einmal genau ans Herz zu legen.
Bestellung und Lieferumfang:
Unter http://www.ipc-markt.de/ fand ich in der Kategorie Single Board + Mainboards dann das IP-4MTS2B.
Durch weiteren Email Kontakt erhielt ich dann auch den Verkaufspreis von 340,00 ¤.
Nach einer wirklich langen Nacht, bestellte ich dann am nächsten Tage per Fax dieses kleine Schmuckstück. Nur wenige Tage später lag dieses kleine Päckchen im Briefkasten.
Lieferumfang:
Handbuch, ausführlich (englisch)
Treiber CD
Board gut verpackt
ATX-Strom-Adapter (8 auf 20 Pin)
USB Bracket
UDMA Kabel
Parallelport Slotblende
Kühler/ Heatpipe
Anschlüsse:
Wie auf dem Bild schön zu erkennen, bietet das IP-4MTS2B keine ATX I/O-Blende. PS2 für Maus und Tastatur, 2 x Com, 1 x VGA (Intel Extreme Graphics 2), 2 x USB 2.0 und 1 x RJ45 LAN/ Network sowie einen Line-Out, Line-In und den Mic-In Anschluss als Standard des AC´97 Audio Controllers.
Weiterhin stehen zur Verfügung:
Slim Floppy Connector, Primary IDE Connector, Secondary IDE, CD-IN, Parallel Port Connector, 2 x FAN 12V/5V Anschluss, LVDS Power Connector, IrDA Connector, 8Pin ATX Power Connector. Auf dem Board selbst sind vier weitere USB-Ports anzuschließen, ebenso hat das Board einen 24 Bit LVDS Ausgang für max. 1600x1200 UXGA.
Abmaße: 14,6 cm x 20,3 cm
Die Bohrungen passen nicht auf einen üblichen ATX Mainboardträger. Als Formfaktor ist es als 5 ¼“ zu bezeichnen (Industrie Standard)
Der Prozessor:
Einen Intel® Pentium® M® gibt es mittlerweile überall zu neu kaufen. In der Mobile-Kategorie bei Geizhals.at/de sind die verschiedenen Modelle von 1.3 – 1.7 GHz gelistet.
Da das Board bereits mein Budget über Norm beansprucht hat, wartete ich auf eine günstige Gelegenheit beim größten Auktionshaus und sicherte mir einen Pentium M Banias 1300 MHz 1MB L2 Sockel 478/479.
Bild CPU:
-links sieht man einen P4 "Northwood" und rechts den "Banias"
Technische Daten:
Processor Frequency: 1.30 GHz
Package Type: 479 Pin H-PBGA FC-BGA2
Bus Speed: 400 MHz
Core Stepping: B1
L2 Cache Size: 1 MB
L2 Cache Speed: 1.30 GHz
CPUID String: 0695h
Core Voltage: 1.388
Thermal Guideline: 22.0W
Thermal Spec: 100°C
Manufacturing Technology: 0.13 micron
Bus/Core Ratio: 13
Der Banias hat genau wie der Pentium4 478 Pins. Jedoch ist deren Anordnung anders ausgebildet. Damit niemand auf die Idee kommt einen Banias auf ein Sockel 478 Mainboard zu montieren und dabei möglicherweise die Hardware beschädigt, hat Intel diese unterschiedliche Pinanordnung kurzerhand in Sockel 479 umgetauft. Somit sollte jedem schon am Kürzel auffallen, dass der Banias (479) nicht auf ein Sockel 478 Mainboard passt.
Als weitere Hardware wurde verwendet:
1 x 256 MB DDR 400 Twinmos (bh-5)
IBM DTLA 45 GB UDMA 100
Liteon 48x CDROM
200 W Netzteil aus einem Yeong Yang Desktop Gehäuse
NVidia TNT PCI-VGA-Karte 16 MB
Nachdem auf meinem Schreibtisch alle Anschlüsse gesteckt und das System soweit verbunden war, starte ich gespannt den ersten Bootvorgang. Als nervtötende Sirene hat sich dabei gleich einmal der mitgelieferte 6x6cm Lüfter auf dem Kühler herausgestellt. Das Board bietet jedoch eine Einstellung der FAN-Core per Jumper auf 5V, was ich auch dankend genutzt habe.
Nach einem kurzen Piepton empfing mich gleich ein vertrautes Phoenix Bios im Hauptmenü.
Bilder vom Bios:
http://www.the-pugnacity.de/bilder/maru ... bios/1.jpg
http://www.the-pugnacity.de/bilder/maru ... bios/2.jpg
http://www.the-pugnacity.de/bilder/maru ... bios/3.jpg
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http://www.the-pugnacity.de/bilder/maru ... bios/7.jpg
http://www.the-pugnacity.de/bilder/maru ... bios/8.jpg
Da das Board mit FSB 400 und 533 zurrecht kommt, galten meine ersten Blicke den Advanced Chipset Features. Im Bios gab es aber leider keine Option auf FSB 133 umzustellen. Lediglich die Geschwindigkeit vom DDR-RAM ließ sich einstellen. Für FSB 133 ist ein entsprechender Jumper auf dem Board zu setzen. Nach dessen Konfiguration auf FSB 133 MHz, weigerte sich das System mit einem wilden Piep-Konzert zu starten. Wie sich später nach Identifikation des ICS herausstellte, lässt dieses laut CPUCool auch keine Programmierung per Software zu. Damit habe ich das Kapitel OC@Banias bis auf weiteres auf Eis gelegt.
Positiv fiel sofort ins Auge, dass die RAM-Timings manuell verstellen ließen und sich somit auch das letzte Quäntchen Performance entlocken ließ.
Der Internen Grafikeinheit (Intel Extreme Graphics 2) können bis max. 32MB vom Arbeitsspeicher zugeteilt werden. Man kann die Int. Grafik natürlich im Bios deaktivieren. Da kein AGP Port vorhanden ist, erkennt das Bios beim Einstecken einer PCI-VGA Karte diese nicht (klaro) und wenn man die vorgenannte Deaktivierung der int. Grafik nicht vornahm bleibt der Bildschirm beim Umstecken schwarz. Erst nach Deaktivierung im Bios empfängt einen der Bootscreen direkt von der externen Grafik, in diesem Falle eine Nvidia TNT. Nach dem Bios-Setup ist der Rechner gleich auszuschalten und das VGA-Kabel umzustecken, da nach dem Abspeichern der Bildschirm schwarz ist –logisch.
Die Installation von Windows XP auf der neu formatierten Partition brachte keinerlei Probleme mit sich - alles lief reibungslos und gewohnt ab. Danach wurden die Treiber für den i855GME Chipsatz, Intel Gigabit-LAN und für die int. Grafik (aktiv während WinXP aufgesetzt wurde) eingespielt.
Nach 3 wirklich schnellen Bootvorgängen stand mir das System sofort konfiguriert zur Verfügung. Wenige Klicks später waren alle notwendigen Tools und Programme installiert und ich konnte dem Tualatin-Forum gleich über das neue System informieren.
Jetzt lag ein Hauch der sagenumwobenen FPU-Leistung des Banias in der Luft. Der CPU-Test von SiSoft Sandra blieb davon auf den ersten Blick unbeeindruckt. Der Memory-Benchmark hingegen quittierte den Einsatz von DDR 333 @2-2-2 mit überzeugendem Speicherdurchsatz.
Als Abschluss eines aufregenden Tages wurde die Bench-WU von Rio gestartet und das System der Nachtruhe übergeben.
Am nächsten Morgen stellte sich heraus, das der „Dreizehn-Hunderter“ tatsächlich reichlich Zeit für die Nachtruhe hatte, da die eine WU ihn nur kurzzeitig beschäftigte. Das Ergebnis gibt es weiter unten in der Bench-Sektion. Aufgewacht aus der Nachtruhe fuhr ich das System herunter und ging zur Arbeit, um am gleichen Tage nach Feierabend weitere Test laufen zu lassen.

