Ich habe ja versprochen, dazu ein Review zu schreiben, auch zur Benutzung mit Linux...
Die Leistung werde ich weniger mit genauen Benchmarks bewerten, ich denke, jeder kann sich ausmalen, wie schnell das ungefähr ist...
Allgemeines:
Das D201GLY2 ist ein kürzlich erschienenes Intel-Mainboard. Neu dabei ist vor allem, dass es keinen Intel-Chipsatz, sondern einen SiS Si662 hat, den Formfaktor Mini-ITX hat und (fast) alles onboard gelötet ist. Das ganze ist bei einem sehr billigen Preis gehalten, da das Mainboard hauptsächlich in armen Gebieten vertrieben werden soll.
Link zur Intel-Page des Boards
Fakten:
-Passiv gekühlter aufgelöteter Intel Celeron 220 mit 1,2Ghz, 533Mhz FSB
-ein P-ATA-Port, zwei S-ATA (I), ein VGA, seriell und parallel, 2xPS/2
-offiziell µATX-Formfaktor, liegt aber im Endeffekt nur 1,45mm über Mini-ITX (also 17,15cm*17,15cm)
-ein DDR2-Ram-Slot (maximal 1GB, maximal 533Mhz)
-ein PCI-Slot
-zwei 2.0 USB-Ports hinten, zwei Anschlüsse für je zwei auf dem Mainboard
-10/100Mbit-Lan (SiS900)
-Audio (das übliche: Line-In, Line-Out, Mic)
-zwei Drei-Pin-Anschlüsse für Lüfter
-Preis bei rund 50 Euro (06.01.2008)
Andere Serien:
Das D201GLY2 ist nicht das einzige seiner Art. Es gibt noch den Vorgänger, das D201GLY, das baugleich ist, abgesehen von den S-ATA-Ports und einer aktiven Kühlung sowie das D201GLY2A, das ebenfalls baugleich dem D201GLY2 ist, aber der Prozessor ist auch hier aktiv gekühlt.
Testsystem:
1x1024 MB Kingston DDR2-4200, Noctua NF-S12 800, Samsung SH-W162L, MSI-Dreckslaufwerk, Seasonic SS-330HB, Western Digital WD1200JD (120Gig), Slackware 12.0 (+ WinXP), Voltcraft Energy Check 3000 (zur Strommessung)
Lieferumfang:
-Winziger Karton + Mainboard + Slotblech
-ein S-ATA-Kabel, ein P-ATA-Kabel
-so eine Mischung von Schnellstart und Anleitung, ein ausfaltbares Poster - aber keine Anleitung
-CD mit Treibern, Handbuch
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Einbau:
Naja, keine Probleme gehabt, das Mainboard einzubauen. Teilweise nur etwas fummelig, weil's so klein ist.
Betrieb:
Also wenn man das System startet, erwartet einen erstmal ein schöner Bildschirm von Intel. Geht man dann ins BIOS, ist man doch verwundert, wie viel man bei so einem "hochintegrierten" Mainboard einstellen und einsehen kann, sogar die Ram-Timings kann man einstellen. Ram geht allerdings maximal 1GB und auch nur 533Mhz.
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Betreiben lässt sich das D201GLY2 wie jedes andere Mainboard, es gibt nichts zu beachten. Startet man jedoch, ohne sich vorher Gedanken zu machen, wird man irgendwann merken, dass das Board ganz schön heizt. Mit nur dem saugenden Lüfter (120mm) des Netzteils ging es gerne über 60°C Prozessortemperatur. Ein zusätzlicher, blasender Lüfter schaffte Abhilfe und kühlt den Prozessor jetzt auf unter 35°C. Ansonsten ist das Board selber absolut geräuschlos, es ist kein Lüfter verbaut.
Vor dem Lüftereinbau: Bild; nachher: Bild
Aufgefallen ist auch der fehlende DVI-Port, hier hat man nur VGA, um einen Monitor anzusprechen (es soll aber auch welche mit S-Video geben).
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Leistung:
Jeder kann sich wohl denken, was ein Celeron mit 1,2Ghz so schafft... Also man merkt es schon deutlich, dass nicht viel Leistung vorhanden ist, wenn man z.B. Bilder konvertiert (eigentlich nur verkleinert), rumpackt oder kompiliert.
Doch für den täglichen "Office"-Betrieb reicht es allemal aus. Spielerisch habe ich nur kurz Quake III angetestet, das auf 800x600 dann endlich flüssig lief und Warcraft III, das manchmal ruckelte bei 640x480. Neueres (Unreal Tournament 2004, C&C3) kann man völlig vergessen. Gegen eine kleine Runde 2D-Spiele ist aber nichts einzuwenden...
Das Board ist in meinem Mainrig eingebaut und ich komme mit der Leistung sehr gut klar.
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Leistungsaufnahme:
Bei den Daten denkt sich ja eigentlich jeder sofort: "DAS ist ein Router, NAS, Firewall, etc." Leider macht einem da der Stromverbrauch einen Strich durch die Rechnung. Es findet quasi keine erhöhte Leistungsaufnahme statt, wenn das (Gesamt-)System (unter Linux) unter Volllast läuft (Kompilieren), es bleibt konstant bei 50W. Im Standby ging es dann runter auf 30W.
Für ein 24/7-Gerät, das nicht immer leistet, ist das zu viel, v.a., wenn noch Zusatzgeräte wie ein Raid-Controller dazukommen.
Linux (2.6.23.8):
Insgesamt ist die Linux-Unterstützung ganz gut...
Grafik: Man sollte nicht versuchen, das Board mit dem sis-Grafiktreiber zu verwenden, das gibt unschöne Streifen auf dem Display. Mit dem vesa-Treiber geht's aber ohne Probleme.
Sound: Knackt bei mir ab und zu bei Tiefen, kann aber auch einfach an falscher Konfiguration liegen
Rest: Der restliche Kram funktioniert problemlos. NIC, Chipsatz, ACPI, lief alles auf Anhieb.
Geschwafel/Fazit:
Also insgesamt ist es ein sehr süßes Board, für die 50 Euro und aufwärts bekommt man wirklich viel geliefert.
Sei es nun die Surfmaschine, das Terminal, der HTPC - hier ist das Board gut geeignet, die Leistung reicht auch für die meisten modernen Anwendungen aus - CAD, Spiele und ähnliches mal ausgenommen. Da der Stromverbrauch nicht so rosig aussieht, scheiden leider viele andere Anwendungsbereiche aus.
Sehr schön ist aber auch die komplett passive Kühlung. Zwar sollte man darauf nicht setzen und auf jeden Fall noch einen zusätzlichen Lüfter einbauen, aber wenn's ein 120mm ist, dann hört man den ja auch kaum. Bei meinem System ist das lauteste eh die Festplatte, ansonsten hört man den Rechner wirklich kaum (nur zwei 120mm-Lüfter).
Ich kann es jedem nur empfehlen!
Falls hier mal irgendein Bild oder Link nicht mehr klappen sollte, auf meiner Webseite werdet ihr die aktuelleren Bilder finden.

